Sinniges und Unsinniges

Vorwort

Was ist der Sinn des Lebens?
Die Antwort fällt bei jedem wahrscheinlich anders aus.
Mancheiner möchte die Welt bereisen, ist wenig seßhaft - ein anderer hingegen spart lieber sein Geld und bleibt zu Hause ...
Der Tod ist Gegenpol des Lebens, in dessen Angesicht man das Leben erst zu würdigen weiß, seinen Sinn vielleicht erkennt, möglicherweise zu spät ...

  • Vom Fahren und Sparen I
  • Vom Fahren und Sparen II
  • Wiederverkörperungen
  • Schicksalsrat
  • Leidklage
  • Das Gute und das Bessere
  • Raum und Zeit
  • Bettler und König
  • Gut und Böse
  • Materialist und Mystiker
  • Entstehen und Vergehen
  • Was wäre ...?
  • Herbstzeit
  • Drei Vögel
  • Welt und Geld
  • Herrscher
  • Ding
  • Trochäen.
  • Wörter auf -al

Betrachtung I

Betrachtung II

In einem frühern Erdenleben
War ich ein Ritter;
Ruhm im Kampf mein Streben.
In einem anderen kurz darauf
Gab ich dies Streben wieder auf.

Seh mich in einem Ausguck stehen
Aufs weite Meer hinaus zu sehen.
„Land!“, ruf ich. „Land in Sicht!“
Doch hört der Kapitän mich nicht.

Das Schiff an einer Klippe dann zerschellt.
Schluss ist mit Segeln um die Welt!

Ich glaub, ich war auch mal ein Krokodil,
Schwamm ohne Ziel im Nil
Und fraß zuviel.
So ziemlich alles, was ins Wasser fiel.
Ward für einen Jäger leichte Beute.
Seine Frau trägt mich als Damentasche heute.

Ein Gürtel noch und ein paar Schuhe.
So fand ich letzte Ruhe!

So kam ich dann gar oftmals wieder, in immer anderem Licht.
Und schrieb gerade eben dies Gedicht.

Das Schicksal, es tritt dann und wann
Mit Fragen nah an dich heran.
Da gibt’s zum einen schwere Fragen –
Der Mensch fühlt dann vom Schicksal sich geschlagen.

Die leichten Fragen, meist nicht wahrgenommen,
Sind die, die immer wieder kommen.
Je öfter man sie, wiederkehrend, überhört
Wird desto öfter immer lauter man gestört.

Die schweren Fragen lassen mich erleiden –
Das, was ich lange ignorierte, um es zu vermeiden.

Drum lausche stetig auf des Schicksals leisen, weisen Rat.
Hör, was es will und schreite dann sofort zur Tat!
Auf das des Leidens Schwere
Nicht stetig sich vermehre!

Ich lief durch Felder, Wiesen weit
Und klagte ihnen laut mein Leid.
Stand schließlich dann vor einem alten Kauze.
Der schwieg zu allem, was ich fragte
Sah mich sehr lange an und sagte:
„Mensch, halt doch deine Schnauze!“

Nach Ruhe strebt der Mensch im Leben.
Kaum einer will nach oben,
hin zum Besseren streben,
Und es bleibt lieber man im Guten leben.
So wird man alt und grau, erstarrt im Greise –
Doch kaum einer wird wirklich frei und weise.
Bin ich nur satt und geht’s mir gut, läuft alles auf geraden Wegen –
Was soll ich mich auf den verschlungenen, unbekannten fortbewegen?

Doch immer wieder irren, fallen, scheitern, aufzustehen –
Das ist der Weg, den wenige nur gehen
Und schließlich auf dem Gipfel stehen,
Derweil die anderen ihre Schicksalsrunden drehen …

Ich leb im Raum entlang der Zeit.
Der Raum ist hoch und lang und breit,
Gestapelt in der Zeit.

Was ist es, das den Bettler
Vom König unterscheidet?
Ist’s das Gewand, in das sich jeder einer kleidet?
Das eine prachtvoll, reich verziert,
Aus feinstem Stoff gewoben;
Das andere plump und schlicht,
Aus niederen Garderoben.
Ist außerdem des Königs Seelenstoff sehr fein
Und der des Bettlers mehr von niederem Sein?
Letztlich spielt ein jeder die ihm zugeteilte Rolle,
Trägt demgemäß dann feine Seide oder Wolle.
Doch kann wer auch in grobes Bettlertuch gehüllt
Vom feinst gewobenen Seelenadel sein erfüllt.
Das Kleid, das man am Körper trägt,
ist nicht in jedem Fall vom Seelenstoff geprägt.

Gar jedermann hat schon gelesen
Von guten Menschen, wie von bösen.
Gar jedermann hat schon gehört,
dass Lärm meist bei der Ruhe stört.
Gar jedermann hat schon gesehen
Das Böse mit dem Guten gehen.
Gar jedermann weiß demzufolge:
Das Gute im Vergehen ist Böses im Entstehen!
Das Böse unterlassen,
Nicht neidisch sein, nicht hassen,
Es bannen aus dem Blute –
Dies fördert zweifelsfrei das Gute!

Gar mancher sagt des Lebens Regung
Sei einfach Masse in Bewegung.
Ein anderer sagt: „Oh, nein – da muss noch etwas Höheres sein!
„Etwas, das alles, was sich regt, von höherer Warte aus bewegt!“

Die eine Welt entsteht,
die andere vergeht,
wobei das Ganze sich stetig ineinander dreht.

Was wäre, wenn die Bären
Viel lieber keine wären?
Was wäre, wenn ein Wolf
Am liebsten spielte Golf?
Was wär, wenn Schnecken reimten
Und nicht langgezogen schleimten?
Was wär, wenn in der Welt
Der Seinszusammenhang zerfällt?

Das Sichere, Bekannte wär dahin
Doch wär es damit auch der Sinn?

Vor dem Herbst machen Blätter sich zum Fallen bereit.
Naht dieser dann, wissen sie "Jetzt ist es Zeit!"
Und sie tanzen, sie gleiten vom Stamme nicht weit.
Und sie fallen zu Boden und das war ihre Zeit.

Zwei Fichten stehen eng gedrängt,
Und eine dritte sich dazwischen zwängt.

Ein Dachfirst links davon strebt in den Raum,
Es fehlt ihm die Beziehung zu jedwedem Baum.

Die Spitzen, unterschiedlich in die Höhe ragen
Die müssen zwei der Vögel tragen.

Der Falke sitzt, man ahnt es schon, am höchsten Baum, an höchster Position.
Die Elster etwas tiefer, am niedrigeren Baum, voll Hohn.

Vom Dachfirst in die Raumesferne blickend, es sitzt sehr fest
Die Taube, die den Höhenflug meist unterlässt.

Der Falke, edel von Geblüt
Ist’s, der sich wohl am meisten von den Dreien müht.
Drum hat er auch den höchsten Thron erklommen -
Sieht von dort oben alles klar und nicht verschwommen.

Die Elster, frech, sehr eitel, neidisch und gewitzt
Ist unzufrieden, mit dem Ast, auf dem sie sitzt.

Die Taube ist zufrieden mit dem erhöhten, weiten Blick ins Land,
Denn sie hat ein Bewusstsein von ihrem tieferen Stand.

So ist der Eine hoch geboren, zu Höherem auserchoren.
Der Andere möchte hoch hinaus, weit über seinen Stand hinaus.
Der Dritte nun ist ganz zufrieden und bleibt vom Höherstreben frei, hienieden.

Die Elster, da das Höhere sie nicht hat erreicht, entweicht.
Die Taube hat genug gesehen - auch sie kann aus der Szene "gehen".
Der Falke bleibt und ich bin's der darüber schreibt.

„Welt“ reimt sich auf „Geld“.
„Held“ reimt sich auf „fällt“.

So ist`s der Held, der aufrecht steht,
Wenn alles fällt.
Wer in der Welt nur strebt nach Geld,
Der meist alleine fällt.

Ich bin ein König, herrsche gern.
Ich herrsche nah, ich herrsche fern.
Doch mich beherrsch ich nicht,
Drum bin kein wahrer Herrscher ich!

Vor einer Kirche stand ein Ding mit einer Hand
Und vor ihr noch es lag, ein gänzlich junger Tag.
Der Kirchturm, festen Blickes stehend,
Sieht unberührt die Dinge kommend und vergehend.

So weiß er auch um jenes Dinges Wesen:
Es war, es ist und Morgen ist` s gewesen!

Schwer liegt an meinem Hals die Kette,
Schmerz bindet mich am Folterbette.

Auf und ab und ab und auf
Takten meinen Lebenslauf.

Tief folgt hoch und hoch folgt tief.
War ich`s, der sie ins Leben rief?

Der Aal trägt einen Schal.
Der Wal rammt gerne Stahl.

Es geht bei jeder Wahl,
Um die Ergebniszahl.

Es tummeln sich die Aale
Ungern in einer Plastikschale.

Der Gral ist nicht aus Stahl,
Doch stellt er jeden vor die Wahl!

Trägt der Wal einen Schal,
Ist dessen Umfang von beachtlich großer Zahl!

Wie viele Wale passen in einen Plastikschale?

Trifft der Wal eine Wahl
Ist dies dem Aal meist egal.

Der Wal spricht zum Aal:
„Hör mal, Plastik schmeckt schal!“

Ist der Schal aus Stahl
Wird sein Tragen zur Qual!

Niemals nie steht der Gral
In einem prunkvollen Saal.

Ein vermeintlich Hexenmal
Wurde vielen schon zur Qual.

Der Wal in großen Mengen
Den Hering meist verschlingt.
So ist die Heringszahl
Ihm eigentlich egal.

Der Wal graviert in Stahl
Seine Geburtstagszahl.

„Komm!“, spricht der Wal zum Aal,
„Besuche meinen Speisesaal!
Oder bestimme meiner Barten Zahl!“

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